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Papst Franziskus I.

Am 13.03.2013 um 19:07 Uhr stieg weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle auf. Der 76 jährge Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde vom Konklave als 266. Nachfolger Petri gewählt.

Michael Kappeler, Michael Kappeler / dpa / picturedesk.com

Franziskus I.  ist der erste nicht europöische Papst seit 1272 Jahre.
Der Jesuitenpater und Kardinal Jorge Mario Bergoglio ist Erzbischof von Buenos Aires und Ordinarius für die Gläubigen des Orientalischen Ritus in Argentinien, die über keinen Ordinarius des eigenen Glaubens verfügen. Er ist am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires am geboren worden.

"Kardinal der Armen"

Dass der charismatische Kardinal als "Kardinal der Armen" gilt, kommt nicht von ungefähr: Bergoglio stammt aus einer Familie mit fünf Kindern, deren Vater aus Italien eingewandert war und in Argentinien bei der Bahn arbeitete. Wie viele seiner Landsleute besitzt der 1936 geborene Kardinal auch heute neben der argentinischen auch die italienische Staatsbürgerschaft und spricht Spanisch und Italienisch, dazu nach einem Dissertations-Aufenthalt in Deutschland 1985 auch etwas Deutsch. Der diplomierte Chemiker gilt als Multitalent - als guter Koch, Opernliebhaber, Freund der griechischen Klassik, Shakespeares und Dostojewskis als guter Schwimmer und kräftig, obwohl er seit Kindheit mit Lungenproblemen kämpfte. 2010 durchlebte er eine schwere Grippe, von der er sich allerdings wieder erholt hat.

Bergoglios kirchliche Laufbahn begann mit seinem Eintritt in den Jesuitenorden als 21-Jähriger. Kurz nach seiner Priesterweihe 1969 brachte er es zum Provinzial seiner Ordensgemeinschaft in Argentinien (1973). Später Theologieprofessor, wurde er 1992 zum Erzbischof-Koadjutor von Buenos Aires, 1998 zu dessen Erzbischof ernannt. 2001 machte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal, der zuletzt Mitglied in der Lateinamerika-Kommission, des Familienrates, der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und der Kongregation für die Ordensleute ist.

Gemäßigt und dialogbereit

Theologisch ist der Ordensmann als eher gemäßigt und dialogbereit einzuordnen, zudem steht er der konservativen und sozial engagierten Bewegung "Communione e Liberazione" nahe. Seine vergleichsweise wenigen Worte haben Gewicht im traditionell katholischen Argentinien, in dem sich 90 Prozent der 40 Millionen Einwohner zum katholischen Glauben bekennen. Zu Weihnachten und Ostern besucht Bergoglio ein Krankenhaus für arme Kinder oder ein Gefängnis, wäscht den Kranken oder Gefangenen die Füße, doch sind öffentliche Auftritte nicht seine Sache: Der Kardinal ist wortkarg und medienscheu.

Zu den Schattenseiten des bescheidenen, asketisch lebenden Kardinals rechnet man vor allem die Anschuldigungen, die auf seine Zeit als Jesuitenprovinzial zurückgehen; Während der Militärdiktatur Argentiniens (1976-1983) soll Bergoglio Ordensbrüder, die im Foltergefängnis inhaftiert waren, nicht ausreichend Rückendeckung gegenüber dem Regime gegeben haben, so der erst vor wenigen Jahren erhobene Vorwurf.

Politisch unbequem

Interessant scheint zudem, dass der weithin als kirchenpolitisch gemäßigt und dialogorientiert bekannte Kirchenfürst früher zu politischen Streitereien möglichst Distanz hielt, seit hier jedoch eine Kehrwende machte: Immer wieder eskalierten in den Folgejahren Streitigkeiten mit dem damaligen Präsidenten Nestor Kirchner, den Bergoglio öffentlich kritisierte: Seine Regierung respektiere die demokratischen Institutionen nicht, sie handle konfrontativ und autoritär, warf er ihr vor. Ein Hauptstreitpunkt war die Sozial- und Sexualpolitik: So hatte Kirchner etwa gegen den Wunsch des Vatikans einen argentinischen Militärbischof entlassen, der sich kritisch zur Abtreibungspolitik geäußert hatte.
Seit dem Tod Kirchners 2010 herrscht mit dessen Frau Cristina Fernandez Kirchner - der nunmehrigen Präsidentin der Gaucho-Nation - ein freundlicherer Ton.

Weitere Informationen finden sie unter http://www.katholische-kirche-steiermark.at/specials/papstwahl

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